Der Begriff „Osteopathie“ sorgt immer wieder für Verwirrung, da er in der direkten Übersetzung „Knochenkrankheit“ bedeuten könnte.
Gemeint ist jedoch eine Behandlungsmethode, die eine freie Beweglichkeit aller Körpergewebe als Vorraussetzung für die optimale Funktion des Organismus betrachtet. Nicht nur die Gelenke des Körpers, auch jedes innere Organ, jede Gewebefaser, jede einzelne Zelle muss sich in ihrem Rahmen frei bewegen können um bestmöglich arbeiten zu können.
Der Therapeut hat die Aufgabe, Einschränkungen der Gewebebeweglichkeit zu ertasten und diese zu beseitigen.
Er benutzt also „os“, den Knochen als Hebel gegen „Pathos“, das Leiden!
Für die optimale Funktion des menschlichen Körpers müssen sich nach osteopathischer Auffassung neben der Psyche die drei Hauptsysteme des Körpers im Gleichklang befinden:
Die Verknüpfung dieser Systeme untereinander leistet das BINDEGEWEBE, denn jede Körperzelle ist mit jeder anderen über das Bindegewebe verbunden.
„Ist eines dieser Systeme gestört, tritt in jedem Fall ein Ungleichgewicht ein, das die anderen Systeme notwendigerweise mit beeinflusst.“
Der Ansatz osteopathischer Therapie ist demnach die Behandlung des Bindegewebes!
Beispiele für parietale Osteopathie:
Beispiele für viscerale Osteopathie:
Beispiele für craniosakrale Osteopathie:
Sie kann all das behandeln, was in der Funktion gestört, jedoch nicht zerstört ist, also funktionelle Erkrankungen, die prinzipiell rückbildungsfähige Störungen hervorrufen.
Alle Krankheitsbilder bei denen Gewebestruktur unwiderruflich zerstört wurde, setzen der Osteopathie Grenzen: z.B. kenn sie bei einem Schlaganfall, bei dem ja Nervengewebe zerstört wurde, nur eine Begleittherapie sein!
Ein anderes Beispiel:
Bei einem von Arthrose betroffenen Gelenk kann der Verlust von Gelenkknorpel nicht wieder aufgehoben werden , aber ein Großteil der schmerzhaften Auswirkungen kann gemildert werden.
Es gibt eine ganze Reihe von Krankheitsbildern und Situationen, in denen nicht osteopathisch gearbeitet werden sollte, z.B. verbieten sich viele Techniken bei
Auch aus diesem Grund ist uns die möglichst enge Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt so wichtig!
Je akuter eine funktionelle Störung ist, desto rascher ist deren Heilungsprozess auch oft in Gang gesetzt. Ein akut über Nacht aufgetretener „Schiefhals“ ist u.U. nach einer einzigen Behandlung wieder bereit, sich in der Körpermitte einzufinden; die Beschwerden eines vor Jahren stattgefundenen Schleudertraumas benötigen dagegen i.d.R. eine ganze Behandlungsserie.
Eine einzelne Behandlung dauert zumeist zwischen 50-60 min (bei Säuglingen meist 30 min), die Behandlungsintervalle liegen je nach Beschwerdesituation zwischen 1x/Woche und 1x/Monat.
In jedem Fall wird die Therapie aus einer behutsamen Lösung der ursächlichen Spannungszone bestehen.
Der Therapeut setzt dazu gezielte, sanfte Impulse am Bindegewebe, um den Körper zur Heilung zu ermutigen,
denn:
Die Lösung einer Funktionseinschränkung trägt der Körper bereits in sich selbst;
der Therapeut öffnet nur zur rechten Zeit die Schleuse, damit der Fluss der Bewegung wieder seinen Weg findet...